Was ich Nachts so fühle und erfühle

Seit letztem September gehören wir zu den eher Nachtaktiven Familien. Besser gesagt unser jüngstes Familienmitglied sorgt dafür, dass wir unsere Wohnung nun öfters mal im Dunklen erkunden und wir alle meist am nächsten Morgen nicht ganz so frisch aufstehen. Nichts desto Trotz versuchen wir uns das im Alltag nicht allzu sehr anmerken zu lassen und machen das Beste daraus.

Für mich spielt es seither eine noch größere Rolle, wie Dinge sich anfühlen und nicht unbedingt nur wie sie aussehen. Wenn es dunkel ist interessieren mich keine Farben und auch nicht unbedingt Kompositionen. Aber dafür ob etwas weich und samtig ist oder kratzig und unbequem.

Wie sagt man so schön: „Nachts sind alle Katzen grau“, das stimmt die Farben verschwinden. Die Dinge in den Räumen werden nur noch zu Silhouetten und ich kann nur grob erahnen wo etwas steht. Dann konzentriere ich mich voll und ganz auf die Haptik.

Ich finde es gleich viel weniger schlimm, wenn ich mich nachts mal auf den gut aufgepolsterten und sehr komfortablen Sessel setzen muss um den Säugling wieder zum Einschlafen zu bewegen. Tagsüber ist der Sessel (aus den 50er Jahren und ein Geschenk meiner lieben Großmutter) natürlich ebenso eine wahre Freude, weil er auch noch sehr elegant aussieht. Aber in einem Sessel sollte man natürlich in erster Linie immer gut und bequem sitzen können.

So wie man in einem hübschen Bett vor allem gut schlafen sollte (okay, unser Baby muss das noch lernen). Ich aber erfreue mich bei jedem Gang ins Bett über unsere Bettwäsche, die sich unheimlich angenehm auf der Haut anfühlt und auch noch frisch duftet. Am liebsten würde ich natürlich durchgängig die ganze Nacht darin liegen bleiben wollen.

Wenn meine Füße dann aber auf dem Weg zum Kinderbett von unserem irre seidigen Teppich umschmeichelt werden, der mich immer wieder dazu bewegt ein bisschen darauf zu verweilen, ist es auch nicht allzu tragisch das ich das Bett wieder verlassen musste. Der Teppich zieht mich natürlich auch tagsüber in seinen Bann, denn er wurde von Exil Tibetern handgeknüpft und hat unfassbar tolle Farbfacetten und Verläufe.

Was ich aber sagen will, nachts verschiebt sich mein Fokus. Nämlich in erster Linie auf die Funktion der Dinge. Und tagsüber, wo so manch einer vielleicht nach so einer Nacht mürrisch aufwachen würde, erfreue ich mich am großen Ganzen.

Ich denke es ist sehr sehr wichtig es sich in jeder Sachlage so schön wie möglich zu machen und den Fokus auf die Dinge zu verlagern, die gut sind. Das möchte ich jeden von euch mit auf dem Weg geben.

Sucht euch für euren Wohnraum nichts kurz Gedachtes aus, sondern fühlt auch mal, sitzt Probe, tastet und riecht. Das ist nachhaltiger, hilft Fehlentscheidungen vorzubeugen und bringt langfristig einfach mehr Freude. Eben auch wenn es dunkel ist oder kalt oder ihr eigentlich sehr müde seid.

In diesem Sinne, macht es euch hübsch und achtet auch auf die Haptik und den Komfort!

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